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2006/10/12 (17:36) from 84.173.70.221' of 84.173.70.221' Article Number : 262
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Philosophie der Naturwissenschaften - Whitehead
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<b>Philosophie der Naturwissenschaften - Alfred North Whitehead </b>


  Der Mathematiker, Logiker, Physiker und Philosoph Alfred North Whitehead hat 1929 mit seinem Opus Magnum "Process and Reality" einen philosophischen Ansatz vorgelegt, der sich durch eine besondere Eignung zur interdisziplin&auml;r angelegten Forschung auszeichnet.

Kann die Prozessphilosophie Whiteheads die Dynamik derzeit getrennter wissenschaftlicher Felder der Gegenwart vereinen? Eine Sendung anl&auml;sslich der 6. Internationalen Whitehead-Konferenz (3. bis 6. Juli) in Salzburg.

07.07.2006

<a href=http://1476.orf.at/radiomacher/soiree/audio/phs_2006_08.mp3><font color=blue>Die Sendung zum Nachh&ouml;ren (MP3, 30 min)</a></font>

    
  Hintergrund zu Alfred North Whitehead und der Prozessphilosophie:

Alfred North Whitehead war ein Britischer Mathematiker, Physiker und Philosoph. Geboren 1861 in England, gestorben 1947 in den USA. Bekannt ist er unter Philosophen und Wissenschaftlern f&uuml;r die Entwicklung einer neuen Sicht der Welt, f&uuml;r die Entwicklung des Prozessparadigmas.

Laut Whitehead ist die Welt kein Zustand, und keine Abfolge von bloßen Zust&auml;nden, sondern ein Prozess. Jeder Teil der Welt entsteht in jedem Moment neu. Die Welt entwickelt in jedem Moment aus sich heraus ihre Zukunft. Alle Erfahrungen aller Welt fließen in die Entwicklung eines Objekts dieser Welt ein - und umgekehrt: alle Erfahrungen dieses Objektes fließen in die Entwicklung aller Welt ein.

Das Kleine findet sich im Großen ebenso, wie sich das Große im Kleinen findet.

Die Welt ist kein Zustand, sondern ein Prozess.

In den Jahren um 1900 ist die Wissenschaftsgemeine in Aufruhr. Durch die revolution&auml;ren Entdeckungen und sonderbaren Vorg&auml;nge der Quantenphysik und Relativit&auml;tstheorie wird das Ende der Newtonschen Mechanik ausgerufen Es gibt keinen absoluten Raum mehr. Keine absolute Zeit. Messen st&ouml;rt dermaßen, dass keine genauen Aussagen mehr &uuml;ber die Bauteile der Welt m&ouml;glich sind.

Die unbewusste Grundannahme der Newtonschen Mechanik war das Konzept der einfachen Lokalisierung. Ein K&ouml;rper, ein Ding, von jedem Material k&ouml;nne man sagen, es sei hier im Raum, und jetzt in der Zeit, oder hier in der Raum-Zeit. Man kann aber mit dem Prinzip der einfachen Lokalisierung die Natur nicht beobachten, sagt Whitehead, denn wenn die Lokalisierung der Materie keinen inneren Bezug zu anderen vergangenen oder zuk&uuml;nftigen Zeiten oder R&auml;umen zul&auml;sst, l&auml;sst sich nicht beobachten. Daher l&auml;sst sich "die Rechtfertigung unseres Glaubens an irgendein Gesetz, wie etwas das der Gravitation, nicht in der Natur finden. Mit andern Worten, man kann die Ordnung der Natur nicht durch die bloße Beobachtung der Natur rechtfertigen".

Erst mit 63 Jahren schickte sich Whitehead an, nun als Professor in Harvard, die neue Metaphysik der Natur zu ver&ouml;ffentlichen. 1929 erscheint sein Opus Magnum: Process and Realtiy: Prozess und Realit&auml;t. Mit diesem Werk begr&uuml;ndete Whitehead die Prozessphilosophie.

Whitehead kritisiert, dass die bisherige Philosophie trennte, was eigentlich eine Einheit darstellte: Subjekt und Objekt, Bewusstsein und Gegenstand. Das Bewusstsein werde von der Welt getrennt, ist aber ein Teil von ihr.

"Bei Whitehead gibt es erstmals keine Trennung zwischen Physischem und Mentalem. Alle Entit&auml;ten, alle elementaren Entit&auml;ten des Universums, oder wie er sie nennt actual entities sind bipolar. Jedes Elektron hat f&uuml;r ihn auch eine innere Seite, eine Art erleben. Das darf man nat&uuml;rlich nicht mit dem Bewusstsein des Menschen gleichsetzten, aber es ist eine Art Erleben", sagt der Theoretischer Physiker und Biologe von der Technischen Universit&auml;t Berlin Spyridon Koutrofinis

Drei Punkte machen laut Koutrofinis das Prozessparadigma Whiteheads aus:

"Erstens: die elementaren Entit&auml;ten des Universums sind f&uuml;r Whitehead Prozesse und keine Substanzen.
Der zweite wichtige Punkt ist, dass die Beziehungen zwischen solchen Entit&auml;ten interne Relationen sind. Das heißt die Entit&auml;t existiert nur, solange sie in Beziehung zu anderen Entit&auml;ten steht. Unabh&auml;ngig von anderen Entit&auml;ten. Weder entsteht sie, noch kann sie aufrechterhalten werden.
Und der dritte Punkt ist ebenso interessant: Die physisch-mentale Bipolarit&auml;t. Dass alle Individuen des Universums eine physische und eine mentale Seite haben. Bei Menschen w&auml;re das eine geistige Seite. Nicht nur das Leben eines Menschen ist eine Actual Entity, sondern auch bestimmte Bewusstseinsprozesse von kurzer Dauer, ein paar Sekunden, sind solche Actual Entities."


Gestaltung: Lothar Bodingbauer



(Die Sendung wurde am 18. Juli 2006 im Programm &Ouml;sterreich 1 Dimensionen erstausgestrahlt.)






&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<b>관련링크</b>

<img src=http://theology.co.kr/image/icon/link-icon.gif> <a href=http://1476.orf.at/radiomacher/soiree/sendungen/phs_2006_08.html>Die Physikalische Soiree</a>



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